Was Betrie­be 2026 steu­er­lich jetzt rich­tig machen müs­sen

1. Ermä­ßig­ter Umsatz­steu­er­satz für Spei­sen gilt jetzt

Seit dem 1. Janu­ar 2026 gilt für Spei­sen im Restau­rant wie­der der ermä­ßig­te Umsatz­steu­er­satz von 7 Pro­zent. Davon pro­fi­tie­ren ins­be­son­de­re Hand­werks­be­trie­be wie Bäcke­rei­en oder Metz­ge­rei­en mit ange­schlos­se­nem Gas­tro­no­mie­an­ge­bot.

Wich­tig bleibt die sau­be­re Tren­nung: Geträn­ke wer­den wei­ter­hin mit 19 Pro­zent besteu­ert. Kas­sen­sys­te­me und Buch­hal­tung müs­sen ent­spre­chend ein­ge­rich­tet sein – andern­falls dro­hen Feh­ler bei der Umsatz­steu­er.

2. Sil­ves­ter­nacht 2025/2026: Abrech­nung bleibt hei­kel

Rund um den Jah­res­wech­sel stell­te sich für vie­le Gas­tro­no­mie­be­trie­be die Fra­ge, wel­cher Umsatz­steu­er­satz gilt, wenn Gäs­te vor Mit­ter­nacht bestel­len, aber danach bezah­len.

Inzwi­schen zeigt sich: Ent­schei­dend ist die Leis­tungs­er­brin­gung, nicht der Zah­lungs­zeit­punkt. Betrie­be soll­ten ihre Abrech­nun­gen aus der Sil­ves­ter­nacht noch­mals prü­fen und doku­men­tie­ren, um bei Nach­fra­gen des Finanz­amts vor­be­rei­tet zu sein.

3. Bewir­tungs­kos­ten: Doku­men­ta­ti­on ist 2026 wich­ti­ger denn je

Geschäft­li­che Bewir­tun­gen sind auch 2026 nur zu 70 Pro­zent als Betriebs­aus­ga­ben abzieh­bar – und nur dann, wenn die for­ma­len Anfor­de­run­gen voll­stän­dig erfüllt sind.

Neben der Rech­nung müs­sen wei­ter­hin bewir­te­te Per­so­nen sowie der kon­kre­te Anlass nach­voll­zieh­bar fest­ge­hal­ten wer­den. All­ge­mei­ne Anga­ben rei­chen nicht aus. Eine sau­be­re Doku­men­ta­ti­on schützt vor Kür­zun­gen bei der Betriebs­prü­fung.

4. Frei­stel­lungs­be­schei­ni­gung: Nur noch digi­tal

Für Betrie­be, die Bau­leis­tun­gen erbrin­gen, gilt wei­ter­hin: Ohne Frei­stel­lungs­be­schei­ni­gung zur Bau­ab­zug­steu­er behält der Auf­trag­ge­ber 15 Pro­zent der Rech­nungs­sum­me ein.

Die Bean­tra­gung der Frei­stel­lungs­be­schei­ni­gung erfolgt seit dem 06.08.2025 digi­tal. Die Beschei­ni­gun­gen dazu wer­den zen­tral per Post ver­sandt. Wer aktu­ell Auf­trä­ge aus­führt oder neue plant, soll­te prü­fen, ob die Beschei­ni­gung vor­liegt – und aus­rei­chend Vor­lauf für Ver­län­ge­run­gen ein­pla­nen.

5. Steu­er­be­schei­de kom­men 2026 noch per Post

Der voll­stän­dig digi­ta­le Steu­er­be­scheid wur­de ver­scho­ben. Für das Jahr 2026 bedeu­tet das: Auch wenn Steu­er­erklä­run­gen elek­tro­nisch über­mit­telt wer­den, kom­men die Steu­er­be­schei­de wei­ter­hin in Papier­form per Post. Erst ab 2027 ist die aus­schließ­li­che digi­ta­le Zustel­lung vor­ge­se­hen.

6. Fahr­ten­buch: Jetzt zählt Dis­zi­plin

Wer ein betrieb­li­ches Fahr­zeug über­wie­gend geschäft­lich nutzt und die 1‑Pro­zent-Rege­lung ver­mei­den möch­te, kann 2026 wei­ter­hin auf das Fahr­ten­buch set­zen.

Ent­schei­dend ist jetzt: Das Fahr­ten­buch muss lücken­los seit dem 1. Janu­ar 2026 geführt wer­den – egal ob digi­tal oder in Papier­form. Nach­träg­li­che Ergän­zun­gen akzep­tiert das Finanz­amt nicht.

Fazit

2026 ist nicht nur gestar­tet – vie­le Ände­run­gen wir­ken bereits im Tages­ge­schäft. Wer Abläu­fe früh­zei­tig ange­passt, Nach­wei­se im Blick behält und for­ma­le Anfor­de­run­gen ernst nimmt, ver­mei­det Risi­ken und ver­schafft sich steu­er­lich kla­re Vor­tei­le.